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Architektur und Innenausstattung

"Ein Zelt Gottes unter den Menschen"

Nähert man sich der Propsteikirche, kann man deutlich sehen, wie sehr sich die Vorgaben der staatlichen und städtischen Stellen bei der Projektierung auswirkten: ein nur peripher zur Innenstadt gelegener Standort, möglichst unauffällige Erscheinung der Kirche im Straßenbild, Wahl von Materialien aus der Industriearchitektur.

Projektant war das Muster- und Experimentalbüro der Bauakademie der DDR. Eine erste Skizze stammte von Bauingenieur Richter (1976), die endgültige Projektierung erfolgte im Februar 1979 durch ein Kollektiv unter der Leitung des Architekten Udo Schultz.

Gesamtansicht

Straßenfront der Kirche, des Saales und des Pfarrbüros

Der Architektur des Gemeindezentrums und der Ausstattung des Kirchenraumes liegen unterschiedliche Konzeptionen zugrunde. Während das Gemeindezentrum einen recht sachlichen Zweckbau darstellt, folgt die Ausstattung des Kirchenraumes einem theologisch-liturgisch motivierten Programm. Der Gesamtkomplex entsteht aus der Aneinanderfügung dreier Baukörper: das mehrgeschossige Wohnhaus mit den Pfarrbüros, der niedrige Kommunikationstrakt mit den Gemeinderäumen und die Kirche. Hinzu kommt der freistehende, als sichtbares Zeichen seitwärts in den Straßenraum gestellte Glockenturm.

Der Innenraum der Kirche gliedert sich in Vorhalle, Foyer, eigentlichen Kirchenraum, Werktagskapelle, Beichtraum und Sakristei. Die Kapelle erhällt ihre Beleuchtung von drei Oberlichtern, da sie ringsum von Räumen umgeben ist.

Die Unterdecke des Kirchenraumes aus zu Gruppen zusammengefaßten Gipsquadern ruht auf einem gitterartigen Tragwerk, das farblich den zwei Pylonen entspricht, die die Außenseite der Kirche gliedern. Fenster- und Türrahmen bestehen aus eloxiertem Aluminium.

Innenraum der Kirche

Innenansicht des Kirchenraumes:
Blick zum Altar vom Mittelgang her

Werktagskapelle

Werktagskapelle

Eine Galerie mit in der Höhe gestaffelten Sitzbänken umläuft den Kirchenraum im Osten und im Süden. Seitlich des Altars geht sie in eine tiefergesetzte Empore für den Chor und die Orgel über. Im Kirchenraum finden sich mehrere Blöcke von Bänken mit Wegführungen, die axial und diagonal hin auf die Altarinsel zulaufen.

Zur Ausstattung des Inneren der Kirche beauftragte die Gemeinde den Berliner Bidhauer und Metallgestalter Achim Kühn. Nach Kühns Entwürfen wurde der Fußboden und die Altarinsel mit einem homogenen schwarzen Stein (Theumaer Schiefer) belegt. Als Altarrückwand schlug er eine rostbraune Stahlwand vor. Die Gestaltung des Altarraumes folgt dem biblischen Bild vom "Zelt Gottes unter den Menschen" (Off. 21,3).

Tabernakel und Kerze

Altarrückwand mit Tabernakel. Davor die Osterkerze mit Ständer

Die 20 x 7 Meter große Wand aus künstlich gerostetem Stahlblech öffnet sich auf der rechten Seite zeltähnlich zu einem Lichtspalt, aus dem der Tabenakel in den Altarraum hineinreicht.

Die Getaltung des Ambos mit den zehn römischen Ziffern als Sinnbild der zehn Gebote und dem schon früh als Christussymbol benutzten Pelikan thematisiert die Gegenwart Gottes unter den Menschen im Bund des Alten und im Bund des Neuen Testaments.

Kruzifix

Das Kruzifix

Das freihängende Kruzifix über dem Altar zeigt Christus mir einladend erhobenen Armen, die sich vom Kreuzkörper gelöst haben. Der Korpus ist aus Stahl gearbeitet, das Kreuz aus transparentem Acrylglas. Am senkrechten Balken des Kreuzes erkennt man oben eine segnende Hand und unten eine Taube als Symbol für den heiligen Geist.

Marienstatue

Marienstatue

Links neben dem Altar ist eine Madonnenfigur aufgestellt, die aus der alten Trinitatiskirche gerettet werden konnte: vermutlich eine Tiroler Arbeit aus dem späten 19. Jahrhundert.

 
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